Der Schlaf des Monsters
Autor: Enki Bilal
Verlag: Ehapa
Preis: vergriffen, 70 Seiten
mit Enki Bilal zu dem Comicband. Sehr lesenswert.
ehapa VerlagLeider nichts zu Enki Bilal zu finden. (dt.)

Nachdem es Gerüchte gab, dass Enki Bilal das Comic-Schreiben an den Nagel gehängt hat, gibt es jetzt doch wieder einen Band des Meisters. Der Ausflug in die Kinowelt war dann leider (oder glücklicherweise) doch nicht so erfolgreich.
Der 1998 erschienene Band "Der Schlaf des Monsters" setzt sich mit der Erinnerung auseinander. Er reflektiert dabei die Geschehnisse des Krieges in Sarajevo, die schon wieder aus unserem Gedächtniss entschwinden.
Das neue Album von Enki Bilal knüpft an beste Traditionen an. Wir finden uns in einer Zukunft
wieder, die von Verfall und Desillusion gekennzeichnet ist. Drei Personen spielen
in diesem Stück, die Hauptrolle, die eins gemeinsam haben. Alle drei
sind am selben Tag während des Bürgerkriegs in Sarajevo zur Welt
gekommen. Nike, der Mann mit dem perfekten Gedächtniss,

Amir und Leyla. Sie sind nicht verwand und wissen anfangs nichts voneinander. Im Laufe des Albums
werden die Handlungsstänge dann miteinander verwoben. Nach ersten gemeinsamen Tagen wurden die
drei getrennt und erleben nun jeder ihre eigene Geschichte.
Nike ist auf der Suche nach den beiden und während dieser Suche dringt
sein Gedächtniss immer weiter in die Vergangenheit vor, bis zum ersten
Tag seines Lebens.
Leyla, die Kosmonautin besucht
ihren alten Vater

in der Wüste.
Dessen letzter Wunsch ist es, noch einmal den Sternen ganz nah zu sein.
Leyla kehrt zurück auf der Raumstation.

Dort wird ihr Partner Finch von von einer Fliege gebissen. Eine Szene, die auch in ihrer Auflösung
extrem an den 2 jahre später erschienen Film "The Matrix" erinnert. Die Fliege bohrt sich förmlich
in denKörper hinein und vernichtet Finch. In einer späteren Szene wird das Tierchen regelrecht aus
den Eingeweiden wieder hervorgezogen. Da war die OP von Neo im Auto ein kleiner Ambulanter Eingriff gegen.
Amir, der dritte im Bunde bekommt Besusch von Sascha, die nicht nur Thunfisch
mitbringt, sondern den beiden auch eine Stellung beim herrschenden Orden Obscurantis
verschafft. Dies feiern die beiden mit einem fleischlichen Liebesfest.

Die Geschichte erzählt von der Hoffung und er Illusion und jeder wird hier für sich eine eigene Interpretation der Geschichte finden. Es geht um Sehnsucht, Misstrauen und Vertrauen. All die menschlichen Urbedürfnisse werden hier angesprochen und Bilal versucht hier darzustellen wie verletzlich Menschen in einer Umgebung sind, in der man auf nichts vertauen kann.
Sechsungsechzig Panels in einem sehr schön verarbeiteten Hardcoverband und auf gutem Papier gedruckt. Die Texte wurden von Hand gelettert und sind sorgfltig gesetzt. Der Band ist sein Geld allemal Wert.