Cyann, Tochter der Sterne - Sechs Monde auf Ilo
Autor: Francois Bourgeon
Verlag: Carlsen
Preis: 15 Euro, 48 Seiten
(frz.)
Comicradioshow(engl.)
Carlsen Verlag(dt.)
Bei Carlson ist, nach langer Zeit des Wartens, der zweite Band zur Serie "Cyann - Tochter der Sterne" erschienen. Bourgeons ist einer der großen Vertreter des Erzählcomics, was sich an seinen Werken "Gefährten der Dömmerung" und "Reisende im Wind" leicht nachlesen läßt.
Cyann ist die Leiterin einer Expedition auf den Planeten Ilo, wo das Heilmittel gegen eine
tödliche Krankheit zu finden sein soll. Irgendwie steht die Expedition unter keinem guten
Stern, gleich der Anflug auf Ilo geht schief und bei der Landung auf dem Planeten verlieren die
beiden Module den Kontakt zueinander. Den Rest der Geschichte fährt eine riesige


Planierraupe über den Planeten, auf der Suche
nach dem Heilmittel. Dabei passieren durch die disziplinlose Mannschaft, die Cyann ziemlich
selbstherrlich regiert, etliche Mißgeschicke, die den Bestand an Mitstreitern beträchtlich
dezimieren. Nach Zum Schulß kommt es zum großen Show-Down, bei dem sich wieder einmal
zeigt, was wahre Freundschaft ist. Die Geschichte endet mit diesem freundlichen "das Leben
geht weiter", wie wir es schon aus den Reisenden im Wind kennen.
Wenn auch die Geschichte selber nicht so sonderlich viele Überraschungen bereit hält,
so ist sie doch gut und durchgängig erzählt. Die Figur der Cyann erinnert
äußerlich stark an die Isabeu aus den Reisenden im Wind. Vom Charakter her ist
sie aber wesentlich überheblicher


und
selbsgefälliger angelegt. Ob das Cyann wohl nur zufällig eine gewisse
Ähnlichkeit mit dem Wort zynisch hat?
Von der Optik her läßt der Band keine Wünsche offen. Wenn man bedenkt,
daß das Werk aus 110 Panels besteht, ist man immer wieder beeindruckt,
mit welcher Liebe zu Detail die Landschaften, egal ob Eiswüste oder
Urwald,

ausgestaltet sind. Auch das Mondmobil
wird sorgfältig mit etlichen Features ausgestattet und intelligent in die Landschaftgesetzt.
Die weiblichen Akteure wurden recht großzügig bestückt, so daß der Comic eine sehr eigene, erotische Atmosphäre bekommt, die aber keineswegs plump anzüglich ist. Insgesammt bekommt man hier für sein Geld einen sehr guten Comic, der seine Stärke eindeutig im visuellen Bereich hat.
Die Aufmachung des Heftes ist im üblichen Soft-Cover und Vierfarbdruck geschehen. Die Sprechblasen sind mit viel Liebe zum Detail gelettert worden, die Druckqualität steht auf einem hohen Standard. Die Mägel gegenüber dem ersten Band, wo der Druck stark zu wünschen ließ, sind behoben.